Kaum ein Fach hat sich im Laufe der Geschichte derart gewandelt: vom reinen Unterricht für Mädchen, um ihnen Geduld, Präzision und ästhetisches Empfinden zu vermitteln, das sie freilich nur zur Gestaltung des eigenen Heims nutzen sollten, über die Unterrichtung für die praktische Hausfrau und Mutter, die für das Flicken und Nähen zuständig war. In den 1970er Jahren lernte man vor allem Techniken. Das einzige Ziel war eine ordentliche Ausführung und die praktische Verwendbarkeit und sei es auch nur als Geschenk.

Heute beinhaltet das Fach ein breites Spektrum: so z.B. die Gestaltung mit textilen Techniken, die allerdings nie isoliert gesehen wird. Vielmehr werden die Textilien in ihren kulturellen Zusammenhängen wahrgenommen. Textilien stehen immer in einem Kontext; so wird experimentell erforscht und gestaltet. Das Fach beschäftigt sich mit Textilien als Ausdruck der eigenen Identität, Wohnraumgestaltung, aber auch mit Rohstoffen, deren Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung. Längst wird das Fach koedukativ unterrichtet.

Es bietet viele Möglichkeiten zum Erlernen von berufsrelevanten Kompetenzen wie Kreativität, Teamgeist, Planung von Arbeitsabläufen, Denken und Handeln in Zusammenhängen, Kommunikations- und Darstellungsfähigkeit. Nicht zuletzt Sorgfalt, Ausdauer und Konzentration.

Das Fach Textiles Gestalten ist in der Ludwig-Windthorst-Schule an der wechselnden Raumgestaltung für innen und außen beteiligt. Im Unterricht und auch in besonderen Projekten werden große textile Objekte hergestellt, so unter anderem für die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung im Schafstall Bad Essen oder für besondere Anlässe wie die ökumenische Woche. Unsere Schule legt großen Wert auf die Präsentation von Schülerarbeiten, was das „Gesicht“ der Schule in besonderem Maße prägt.