Politik im Schulunterricht ist weit mehr als die Beschäftigung mit Politikern im Bundestag. Dem Fach kommt die wichtige Aufgabe zu, den Schülern Anregungen und Hilfen auf ihrem Weg zur Mündigkeit zu bieten. Die Kinder und Jugendlichen sind innerhalb und außerhalb der Schule in ein Geflecht sozialer Beziehungen eingebunden. Sie müssen daher lernen, sozial verantwortlich zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln. Dies ist für das Zusammenleben der Menschen, für die Gestaltung der sozialen Beziehungen in einer demokratisch verfassten Gesellschaft sowie für die Gestaltung der Beziehungen zu anderen Staaten, Völkern und Kulturen von Bedeutung.

Der Politikunterricht setzt in der 7. Klasse an. Er beginnt mit dem umfangreichen Thema Migration: Deutsche im Ausland – Ausländer in Deutschland. Es folgt die Erarbeitung des Themas Gewalt, die Frage nach deren Ursachen, Ausformungen und nach gewaltfreien Konfliktlösungen. Die Unterrichtseinheit Massenmedien hinterfragt deren Funktionsmechanismen, regt die kritische Selbstreflexion des eigenen Medienkonsums an und erzieht zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien. Das letzte Thema der 8. Klasse schließlich beschäftigt sich mit Kindern und Jugendlichen als Verbraucher: Konsumgewohnheiten verändern sich und werden kritisch hinterfragt, die Rolle der Werbung wird ebenso unter die Lupe genommen wie die Schattenseiten unserer Konsumgesellschaft.

In den Jahrgängen 9 und 10 lernen die Schülerinnen und Schüler die politische Organisationsform Europa kennen: der Bogen wird gespannt vom gemeinsamen europäischen Markt über die europäische Sozial-, Wirtschafts- und Strukturpolitik bis hin zur Erkundung einzelner Länder. Der Themenkomplex Politische Mitbestimmung stellt die bürgerlichen Rechte und Pflichten, Parteien und Verbände sowie Formen direkter Demokratie dar. Der Problematik des Extremismus ist eine eigene Einheit gewidmet. Des Weiteren beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Bereichen der Gleichberechtigung von Männern und Frauen und der sozialen Sicherung in der deutschen Gesellschaft.

Das Fach Politik ist stark handlungs- und projektorientiert. Die Schülerinnen und Schüler sind oftmals angehalten, die Themen selbstständig in Kleingruppen zu erarbeiten. Der Einsatz neuer Medien, beispielsweise des Internets, ist selbstverständlich. In arbeitsteiliger Vorgehensweise recherchieren die Schülerinnen und Schüler und tragen ihre Ergebnisse in der Gruppe vor. Selbstbewusstes Auftreten wird hierdurch ebenso gefördert wie die vernünftige Zusammenarbeit mit Mitschülern. Moderne Arbeitsmaterialien erweitern das Methodenrepertoire der Schüler. Sie lernen beispielsweise das Lesen sowie das eigene Anfertigen von Tabellen, Statistiken, Graphiken und Karten.

Der handlungsorientierte Politikunterricht ist fächerübergreifend angelegt. Er bezieht das Geschehen im direkten Lebensumfeld der Schüler ein, indem regelmäßig Exkursionen unternommen werden. Ziele sind u.a. das Ostercappelner Rathaus und der Landtag in Hannover. Abgerundet wird das Lernen in der Region durch die Vorbereitung und Durchführung von Befragungen sowie durch die Beschäftigung mit kommunalen Problemen, beispielsweise der Müllentsorgung.