Kann man aus der Geschichte lernen? Vielleicht nicht unmittelbar, da sich Geschichte niemals wiederholt. Da es jedoch zu den wichtigsten Aufgaben des Geschichtsunterrichts gehört, das alltägliche Leben der Menschen in ihrem Verhältnis zum Gesamtprozess zu beleuchten, vermittelt er das notwendige Wissen über Veränderungen. Indem Handlungsspielräume sichtbar gemacht werden, lernen die Schülerinnen und Schüler realistisches Denken im politischen Handeln.

Der Bogen der historischen Themen ist weit gespannt: In altersgemäßer Form erfahren die Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 zunächst, was unter Geschichte zu verstehen ist und wie sich die Zeit messen und einteilen lässt. Nach der Beschäftigung mit dem Leben in vorgeschichtlicher Zeit folgt die Erarbeitung der frühen Hochkulturen Ägypten, Griechenland und Rom. Die Lebensbedingungen der Menschen im europäischen Mittelalter beschließen den Geschichtsunterricht des Jahrgangs 6.

In den Jahrgängen 7 und 8 beschäftigen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Reformation, dem Kolonialismus, der Französischen Revolution, der Entstehung des deutschen Staates sowie mit der Industrialisierung. In den Klassen 9 und 10 erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Ursachen und Auswirkungen des Nationalsozialismus, die Entwicklung von Weltmächten, die Teilung Deutschlands und die unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen in der DDR sowie in der Bundesrepublik Deutschland bis zur Wiedervereinigung.

Trotz seiner Schwerpunktsetzung auf die genannten historischen Themen ist der Geschichtsunterricht an der Ludwig-Windthorst-Schule gegenwarts- und zukunftsorientiert. So erlernen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise ihre Mitverantwortung für den Erhalt von Frieden, Demokratie und der natürlichen Lebensgrundlagen. Durch den Einsatz unterschiedlicher Lernmethoden wie des Rollenspiels erlangen die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zur Überwindung von Vorurteilen und zur Empathie und Solidarität gegenüber Menschen ungeachtet ihrer kulturellen, religiösen oder nationalen Herkunft.

Eine besondere Bedeutung kommt der Geschichte vor Ort zu. Sie soll das Fach nah an die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler heranführen. Hier können sie lokale Geschichte eigenständig erforschen und somit die Identifizierung mit ihrer Heimat verfestigen. Aus diesem Grund zählen Exkursionen zur frühgeschichtlichen Schnippenburg (Ausgrabungsstätte in Ostercappeln) und zum Ort der Varusschlacht in Kalkriese zur festen Einrichtung. Regionalgeschichtliche Projekte wie die Erforschung des Mittellandkanalbaus runden den Geschichtsunterricht an unserer Schule ab.