Der besondere Charakter des Chemieunterrichts liegt im experimentellen Vorgehen, der Arbeit mit Modellen sowie dem gedanklichen Wechsel zwischen Stoff- und Teilchenebene. In der Auseinandersetzung mit chemischen Fragestellungen erwerben die Schüler neben der Fachsprache die Fähigkeit, zunehmend eigenständig Sachverhalte zu erarbeiten und ihre Bedeutung im Alltag zu erfassen.

Ausgehend von der Lebens- und Erfahrungswelt erschließt der Anfangsunterricht das Verständnis für grundlegende stoffliche Zusammenhänge zunächst auf der Ebene der Phänomene. Deren Deutung erfolgt auf der Teilchenebene unter Verwendung einfacher Modellvorstellungen.

Die Schüler lernen die Arbeitsgeräte eines Chemikers und ihre Handhabung kennen. Mit Stoffen des täglichen Lebens können sie fachgerecht experimentieren, beobachten und die chemischen Sachverhalte mit Begriffen der Alltagssprache beschreiben.

Ende der Klasse 8 beschreiben und veranschaulichen die Schüler chemische Sachverhalte mit geeigneten Modellen unter Anwendung der Fachsprache wie Formeln und Reaktionsgleichungen.

In den Jahrgängen 9 und 10 entwickeln die Schüler aus experimentellen Beobachtungen Fragestellungen zu Stoffaufbau und Bindungsarten verschiedener Stoffe, leiten aus dem Bau Eigenschaften und Reaktionen ab. Sie können das Periodensystem der Elemente beschreiben, erklären und anwenden.

Weitere Schwerpunkte in den verschiedenen Jahrgangsstufen sind:

Jahrgang 5/ 6:

Stoffeigenschaften, Stoffgruppen (z.B. Metalle, Werkstoffe), Stoffgemische, Trennverfahren von Stoffgemischen (z.B. Dekantieren, Filtrieren, Destillieren, Verbrennungsvorgänge im Alltag und Brandschutz.

Jahrgang 7/8:

Arten chemischer Reaktionen (z.B. Oxidation, Redoxreaktion), Anwendung chemischer Reaktionen in der Technik (z.B. Metallgewinnung) und chemische Zeichensprache.

Jahrgang 9/10:

Chemische Zusammenhänge zwischen Säuren, Laugen, Salzen, elektrochemische Vorgänge und Beispiele organischer Stoffe (z.B. Kohlenwasserstoffe als Energieträger und Rohstoffe).