Sie kamen bei strahlendem Sonnenschein am Freitagnachmittag freiwillig in die Schule – und verlebten hier einen abwechslungsreichen Nachmittag. Rund 60 Schülerinnen und Schüler aus den vierten Klassen der Grundschulen Ostercappeln, Venne und Schwagstorf besuchten zusammen mit ihren Eltern und Familien die LWS, um sich über Konzepte, Lernwege und vieles mehr zu informieren.

Begrüßt wurden die interessierten Gäste mit zwei musikalischen Einlagen der Klassenband der 8R1 unter der Leitung ihrer Musiklehrerin Karin Retemeyer. Sodann trennten sich die Wege der Eltern und Kinder. In kleinen Gruppen wurden die Viertklässler/innen von Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen zu fünf verschiedenen Stationen geführt. Dort lernten sie Fachräume und ihre späteren Lehrerinnen und Lehrer kennen. Mit kurzen chemischen Experimenten verblüfften Grit Becker und Ellen Schürmann-Blömer die Kinder im Chemieraum. Neu war für diese auch der liebevoll eingerichtete Fremdsprachenraum, in dem die Französischschüler ab der sechsten Klasse ihre zweite Fremdsprache erlernen. Unter Anleitung ihrer Lehrerin Rosemarie Tiemann zeigten einige Sechstklässlerinnen, was man bereits innerhalb weniger Monate auf Französisch ausdrücken kann; die lernfreudigen Viertklässler stimmten schnell mit ein. Als nächstes ging es in die Schulküche. Hier wurden Obstspieße unter Anleitung der beiden Hauswirtschaftslehrerinnen Rita Lühker und Imke Schamel mit Schokolade überzogen. Auf dem Schulhof empfingen die Tutoren aus den 10. Klassen die Kinder, um mit ihnen einen Spiele-Workshop durchzuführen. Der Hoky-Poky-Tanz verbindet englische Vokabeln mit viel Bewegung und Taktgefühl. Ihn studierten die Kinder gemeinsam mit Sportlehrerin Britta Siekemeyer ein und präsentierten ihn zum Abschluss der Veranstaltung ihren Eltern in der Aula.

Während der Aktionen für die Kinder ließ sich eine Gruppe der Eltern von Christiane Alberts und Daniela Klanke das Schulgebäude zeigen. Ein Abstecher führte in die im Herbst neu eröffnete Mensa, in der die Leiterin Gabriele Müller-Rademacher die Gäste mit einem Dessert begrüßte. Timo Ortmeyer demonstrierte zudem die Möglichkeiten der interaktiven Whiteboards, die bereits in einigen Klassenräumen die herkömmlichen Kreidetafeln ersetzen. Jutta Anton und Ute Klasmeyer hießen die Eltern in der Schülerbücherei willkommen. Wie sehr die Eltern der LWS mit ihrem Engagement das Schulleben ihrer Kinder bereichern, zeigten Kerstin Bering, Martina Knippen und Rita Thiemann mit ihrem Stand des „Gesunden Frühstücks“, das den Schülerinnen und Schülern an jedem ersten Freitag im Monat angeboten wird. Über die große Bedeutung des Fördervereins informierten Angelika Meyer zu Farwig, Tanja Ostmann und Tatjana Schulz.

Das umfangreiche Schulleben außerhalb des regulären Unterrichts konnte an diesem Nachmittag nur angedeutet werden. Einen kleinen Ausschnitt präsentierten Schulsozialarbeiterin Saskia Scholz, Cornelia Müller und Simon Hellbaum mit dem Getränkestand. Hier gab es unter anderem den „CappelSaft“, der in der Schule gekauft werden kann. Die Äpfel hierfür sammelten die LWS-Schüler im Herbst auf den Streuwiesen rum um Ostercappeln – eine jährliche Aktion zugunsten der Jugendpflege.

Eltern, die sich für die Konzepte der Oberschule interessierten, informierten sich beim didaktischen Leiter Dr. Stefan Schubert. Ausführlich erklärte dieser das teilgebundene Ganztagsangebot. Dienstags und donnerstags findet der Nachmittagsunterricht verpflichtend statt; montags und mittwochs dürfen die Oberschüler aus dem freiwilligen Angebot auswählen, das primär auf musisch-kulturelle und sportliche Schwerpunkte setzt.

Was passiert in den vier Unterrichtsstunden, welche die Oberschüler zusätzlich erhalten? Zwei dieser Stunden entfallen grundsätzlich auf Förder- und Fordermaßnahmen in den drei Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Um den verschiedenen Lernvoraussetzungen der Schüler gerecht zu werden, erhalten sie somit mehr Lernzeit, in der sie den Unterrichtsstoff vertiefen und verstehen. Niemand wird mit Lernschwierigkeiten allein gelassen. Zudem haben alle die Möglichkeit, ihre Stärken weiter auszubauen: ob besonders kniffelige Aufgaben in Mathematik zu lösen sind oder in Englisch komplexere Geschichten gelesen werden – die Oberschule ist keine Einbahnstraße und bereitet auf die berufliche Ausbildung ebenso vor wie auf eine erfolgreiche Karriere an einem Gymnasium.

Die vielen Eindrücke und Informationen wurden schließlich durch die Siegerehrung des Fußballturniers, das die Viertklässler am Vormittag austrugen, abgerundet. Am Ende dieses Nachmittags nahmen alle sehr viel mehr mit nach Hause als die Urkunden, die Sportlehrer Gerd Pfannkuch den begeisterten Kindern überreichte.