Die Ludwig-Windthorst-Schule Ostercappeln übernimmt ab sofort die Patenschaft für die in große Not geratene Familie Awake Ayalew aus Äthiopien. Vater Awake ist 36 Jahre alt und blind. Seine Frau ist 2010 verstorben und er lebt nun allein mit seinen drei Kindern in sehr ärmlichen Verhältnissen.  Awake musste bislang mit 300 Birr (ca. 13,00 €, Stand vom 02.2012) monatlich auskommen, die er erbettelt hat. Seit dem Tod der Mutter konnten die Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Mesfen, ein Mitarbeiter vor Ort,  hilft  zurzeit bei der Suche nach einer trockenen Hütte und die Kinder können nun wieder zur Schule gehen.

Ende 2011 konnte Familie Ayalew eine Hütte beziehen, sodass sie nicht mehr in der Plastikplanenbehausung wohnen müssen. Aktuell kümmert man sich um Matratzen, Decken und warme Bekleidung.

Wenn dieses Schicksal Familie Ayalew in Deutschland ereilen würde, stünde ihr laut Gesetz ca. 1.100,00 €, abzüglich Rente als Grundsicherung zu. Hinzuzufügen wären noch Leistungen aus Pflegeversicherung und Blindenhilfe nach SGB11 und SGB 12.  Der Anspruch auf einen Blindenhund und dessen Unterhaltskosten sowie eine Haushaltshilfe wäre zu prüfen.

 

Genet (jetzt 19 Jahre alt) absolvierte das nationale Abschlussexamen an der Esperanza Schule in Akaki. Nach erster Berechnung gehörte sie auch zu den besten Absolventen landesweit und sie hätte eine staatliche Universität besuchen können. Das Ministerium jedoch hat die Zugangsvoraussetzungen geändert  und Genet ist deshalb dort nicht angenommen worden. Sie hat sich dann für ein „Accounting“ Studium am CPU College in Addis Abeba entschieden. Dieser Studiengang ist betriebswirtschaftlich ausgelegt und hat einen Schwerpunkt im Bereich Rechnungswesen und Buchhaltung.

Genet wird natürlich weiterhin Unterstützung erfahren.

Weitere Infos: Bildungshilfe Äthiopien, Youtube/Genet Asnake CPU College            1:12 

 

Wie funktioniert die Patenschaft?

Organisiert wird das ganze von Prof. Dr. Klaus Mummenhoff, einem Biologen aus Osnabrück, der die „Bildungshilfe-Äthiopien“ 2005 gegründet hatte, nachdem er 2003 auf einem Kongress in Addis Abeba war. Dort hat er eher zufällig die Not der Menschen gesehen und mit 25 anderen Interessierten beschlossen, etwas zu unternehmen.

Seitdem sammelt der Verein Spendengelder von Firmen, Schulen und Privatpersonen. Jeder Euro fließt in das Projekt. Kosten für Verwaltung und Werbung entstehen nicht. Einfuhrzölle durch importierte Hilfsmittel  entfallen ebenfalls, da die benötigten  Materialien vor Ort gekauft werden. Alle arbeiten ehrenamtlich. Herr Mummenhoff fliegt einmal pro Jahr dorthin, um sich über den aktuellen Zustand, über Erfolge und Misserfolge zu informieren.

Das Flugticket bezahlt er selbst. Hin und wieder hat er auch beruflich in Ostafrika zu tun und nutzt die Gelegenheit zur Rücksprache mit den Helfern vor Ort durch eine Zwischenlandung in Addis Abeba. Ziel des Projektes ist die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Ebenso wird in akuten Notlagen Hilfe geleistet durch medizinische Versorgung, ein Zuhause und die Sicherung des Lebensunterhaltes.

Aktuell (Januar 2012) umfasst der Verein 45 Mitglieder und Förderer und unterstützt momentan 98 Bedürftige, Kinder, Jugendliche, Studierende und die Fasilschule in Addis. (Stand 01/2012)