Die Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule sollen von Beginn an zu selbständigem und lebenslangem Lernen erzogen werden. Hierzu benötigen sie ein Methodenrepertoire, das sie sich schwerpunktmäßig in den Jahrgangsstufen 5-8 erarbeiten. Dies geschieht sowohl an besonderen Methodentagen, welche die genannten Jahrgänge zeitgleich zu Schuljahresbeginn absolvieren, als auch in regelmäßigen Wiederholungs- und Vertiefungsphasen, die auf fast alle Unterrichtsfächer verteilt sind. Ein festgelegtes Methodencurriculum, eingebunden in einen Terminplan für jede Klasse und die dichte Kommunikation unter den Kolleginnen und Kollegen sichern die Vermittlung und die Pflege und somit den Erfolg der wesentlichen Methoden.

Methodentraining in Jahrgang 5: die Basisausbildung

Gleich zu Beginn der 5. Klasse absolvieren unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer zwei Methodentage. Während dieser werden auf der methodischen Ebene drei Schwerpunkte gebildet:

1. Die Gestaltung von Heften und Mappen

Der gemeinsamen Erarbeitung von Grundregeln für diese wichtige Methode folgen verschiedene praktische Anwendungsübungen für die Schüler, die ihre eigenen Hefte und Mappen anschließend auch selbst beurteilen.

2. Einführung in die Gruppenarbeit

Die tägliche Arbeit in der Schule findet nicht nur gemeinsam mit der ganzen Klasse statt, sondern auch in Form von Partner- und Gruppenarbeiten. Die Spielregeln dieser Sozialformen – beispielsweise sich gegenseitig zuzuhören oder die Meinung der anderen zu tolerieren – werden, eingebettet in verschiedene Lernzusammenhänge, während der Tage intensiv eingeübt.

3. Verschiedene Methoden des Vokabellernens

Zu Beginn der 5. Klasse erlernen die Schüler mit Englisch ihre erste Fremdsprache; ab der 6. Klasse kann Französisch hinzukommen. Ein wesentliches Fundament für ein erfolgreiches Fremdsprachenlernen bildet die Wortschatzarbeit. Jeder Mensch lernt anders. Dies gilt auch für das Vokabellernen. An mehreren Stationen können sich die Schüler mit verschiedenen Lernmethoden vertraut machen und herausfinden, welche für sie die besten sind. Ergänzt werden diese Methoden durch die folgenden grundlegenden Aspekte:

·      Tasche packen

·      Den Arbeitsplatz zu Hause einrichten – hierüber sollten auch die Eltern informiert werden

·      Hausaufgaben erledigen (Herangehensweise an Hausaufgaben, Zeitmanagement etc.)

·      Ausschneiden, Lochen, Kleben; Schere, Lineal und Buntstifte benutzen

·      Umgang mit Schreib-, Zeichen- und anderen Unterrichtsgeräten

·      Schönschreiben

·      Seitengestaltung

·      Gesprächsregeln in der Klasse (Erarbeitung von Klassenregeln)

 

Das Erlernen wichtiger Arbeitstechniken wird mit den Methodentagen nicht abgeschlossen. Im Verlauf der 5. und 6. Klasse durchlaufen die Schüler weitere “Trainingsspiralen”, die fächerübergreifend durchgeführt werden. Zu diesen gehören – angelehnt an das Konzept Heinz Klipperts:

1. Effektiver Lernen und Behalten

In dieser “Trainingsspirale” werden den Schülern Lerntipps gegeben, wie man die täglichen Aufgaben konzentrierter und abgestimmt auf den individuellen Lerntyp bewältigen kann.

2. Rasches Lesen und Nachschlagen

Übungen zu diesem Bereich zielen darauf ab, Texte schnell zu erfassen und die wesentlichen Informationen zu entnehmen. Das gezielte Nachschlagen – beispielsweise im Duden oder in Schulbüchern – ist eine Fertigkeit, die in sämtlichen Schulfächern von großem Nutzen ist.

3. Markieren und Strukturieren

Zur gründlichen Bearbeitung von Texten gehört es, wesentliche Informationen zu markieren und sie in eine übersichtliche Form zu bringen, beispielsweise in eine Tabelle oder in ein Mindmap.

4. Zeitmanagement / Arbeitsplatz / Hausaufgabe

Die Schüler werden angeregt, ihr persönliches Zeitmanagement nach der Schule kritisch zu hinterfragen, ihren Arbeitsplatz nach lernpsychologisch günstigen Bedingungen einzurichten und ihre Hausaufgabe möglichst effektiv durchzuführen, damit die außerschulische Arbeit nicht zur Belastung wird.

5. Klassenarbeiten vorbereiten

Zu den motivierenden Elementen in der Schule gehört das erfolgreiche Schreiben von Klassenarbeiten. Die Schüler bekommen von ihren Lehrern Vorbereitungsstrategien zur Hand, die gute Ergebnisse in den schriftlichen Arbeiten zu ermöglichen helfen.

 

Methodentraining in Jahrgang 6: Wiederholen – Vertiefen – Erweitern

 

Das Hauptaugenmerk bei den Methodentagen der 6. Klasse liegt bei folgenden Themen:

·      Ausführliche Wiederholungen: Heft- und Mappenführung, Seitengestaltung und Vokabellernen

·      Texte unter konkreten Gesichtspunkten markieren

·      Visualisieren und Gestalten (z.B. Plakatgestaltung, Mindmaps etc.)

·      Ergebnisse von Gruppenarbeiten vor der Klasse vortragen

·      Vorbereiten von Klassenarbeiten (sollte in Jg. 5 vor allem durch den Lehrer gelenkt, nun jedoch für die Schüler bewusst gemacht werden)

 

Methodentraining in Jahrgang 7: Teamentwicklung im Klassenraum

Auf der Agenda unserer Siebtklässler stehen neben Wiederholungen der Basiskompetenzen vor allem Aspekte der Teamentwicklung im Klassenraum:

·      Ausführliche Wiederholungen: Heft- und Mappenführung, Seitengestaltung, Vokabellernen, häusliche Lernumgebung, Vorbereitung von Klassenarbeiten

·      Schwerpunkt Teamentwicklung und Kommunikationsregeln, d.h.: Regeln für Gruppenarbeiten erarbeiten

·      Zusammenarbeit in Zufallsgruppen

·      Verschiedene Formen, Ergebnisse der Gruppenarbeit vortragen (bei schwierigen arbeitsteiligen Aufgaben z.B. Expertenbefragung, Kreisgespräch, Kugellagermethode)

·      Diskussionen führen (Podiumsdiskussionen, Pro- und Kontra-Debatte etc.)

·      Kommunikationsregeln im Klassenraum erstellen

·      In starken Lerngruppen können Gesprächsanalysen durchgeführt werden, beispielsweise mit der Methode Fishbowl

 

Methodentraining in Jahrgang 8: Schwerpunkt Kommunikation

Auch in den 8. Klassen werden die oben genannten Lernmethoden ausführlich und fächerübergreifend wiederholt und vertieft. Die Schwerpunkte setzen hierbei die Fach- und Klassenlehrer nach eigenem Ermessen und nach Absprache untereinander. Im Mittelpunkt der Methodentage der Jahrgangsstufe 8 steht jedoch das Kommunikationstraining, das sich in folgende Bereiche unterteilt:

·      Nachdenken über Kommunikation: die Schüler sollen erkennen, dass alle Menschen in bestimmten Situationen Redeängste haben. Es werden Möglichkeiten der schulischen Einzel- und Gruppenarbeit reflektiert und Gesprächshemmnisse genannt. Die Schüler überlegen, wie diese überwunden werden können.

·      Angstfreies Sprechen und Argumentieren und Erzählen üben: anhand einfacher Aufgaben und unterhaltsamer Spiele lernen die Schüler, Inhalte zusammenzufassen und anderen vorzutragen. Wie bei fast allen Kommunikationsübungen geschieht dies progressiv, d.h. von der Einzelarbeit, über die Partner- und Gruppenarbeit bis hin zu Äußerungen bzw. kleineren Vorträgen vor der gesamten Lerngruppe. Angstfreies Reden wird so in kleinen Schritten eingeübt und wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit.

·      Nach bestimmten Regeln der Höflichkeit und des gegenseitigen Respekts miteinander reden lernen: je mehr Schüler in (Klein-)Gruppen zusammenarbeiten, desto klarer wird ihnen, wie kompliziert und teilweise ungeordnet Kommunikation abläuft. Anhand ausgewählter Beispiele analysieren sie schief gelaufene Gesprächssituationen und ziehen die Konsequenzen, indem sie selbst Regeln für eine gute Gruppenarbeit und für die Kommunikation im Klassenraum erstellen. Diese Regeln, an die sich alle zu halten haben, bilden das Fundament des alltäglichen Miteinanders im Klassenraum.

·      Überzeugend argumentieren und vortragen: es ist in schulischen Zusammenhängen nicht immer leicht, seine Meinung offensiv zu vertreten und argumentativ zu stützen. In arbeitsteiligen Gruppen überlegen sich die Schüler gemeinsam Strategien, ihren Standpunkt gegen andere zu verdeutlichen und miteinander zu argumentieren. Dies wird dann zu vorgegebenen Sprechanlässen eingeübt. Noch schwieriger ist es, allein vor einer Gruppe einen Vortrag zu halten. Zu diesem Zweck erarbeiten sich die Schüler mit Hilfe vorgefertigter Materialien Regeln für einen guten Vortrag, die auf Plakaten aufgeschrieben werden. Die rhetorische Schulung endet mit kurzen Vorträgen, die vor der Klasse gehalten werden.