Die beiden Förder- und Forderstunden im Vormittagsbereich, welche unsere Oberschüler in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zusätzlich zur regulären Stundentafel erhalten, nehmen die individuellen Stärken und Schwächen unserer SuS in den Blickpunkt. In kleinen Gruppen vertiefen unsere Fachlehrer, die die SuS zumeist schon aus dem regulären Hauptfachunterricht kennen, den Unterrichtsstoff und gleichen Lerndefizite aus. Um im höchsten Maße dem individuellen Lerntempo der SuS gerecht zu werden, kommt in Übungsphasen häufig das Konzept des „Förderwagens“ zum Tragen:

 

Ein mobiler Wagen wird mit Hängeregistertaschen ausgestattet.

 

In den Hängeregistern befinden sich verschiedenfarbige Ordnertaschen. Beispiel Englisch: rot für Grammatik, grün für Wortschatz etc.

 

Die Hängetaschen sind bestückt mit Förder- und Forderaufgaben. Die SuS nehmen sich nach Anleitung selbständig Aufgabenblätter und erledigen sie im eigenen Lerntempo.

 

Es kann differenziert werden zwischen verbindlichen und optionalen Aufgaben. Die verbindlichen Aufgaben werden als Kopien in einer „Förder- und Fordermappe“, die den SuS gehört, abgeheftet.

 

Ein einlaminiertes Lösungsexemplar befindet sich in einem separaten  Hängeregister. Dieses nehmen sich die SuS nach Erledigung ihrer Aufgaben, um ihre Ergebnisse zu vergleichen. Sind die Ergebnisse von den SuS kontrolliert und ggf. korrigiert, so kann mit der Arbeit am nächsten Arbeitsblatt begonnen werden.

 

Die SuS arbeiten sich in der vorgegebenen Zeit selbständig durch ihren aktuellen Lernschwerpunkt, den sie mit ihrem Fachlehrer gemeinsam festlegen.

 

Wichtig bei diesem Konzept ist eine gezielte Anleitung zum selbständigen Arbeiten – denn trotz ihrer selbständigen Vorgehensweise werden die SuS selbstverständlich von ihren Fachlehrer/innen angeleitet und in ihrem Lernprozess begleitet.

Die Fachlehrer führen für jedes Hauptfach einen Ordner mit Schülerakten. In diesen werden nach jeder Übungseinheit die geförderten Bereiche notiert und abgezeichnet. Diese Art der Dokumentation ermöglicht einen präzisen Überblick über die individuelle Förderung der SuS und dient als Gesprächsgrundlage der Klassen- und Fachlehrer/innen bei den Beratungen der SuS und deren Eltern.

 

Neben der Arbeit mit dem „Förderwagen“ besteht für die Lehrer/innen selbstverständlich die Möglichkeit, mit ihren SuS in den Förder- und Forderstunden Projekte durchzuführen, für die im regulären Unterricht kein Freiraum besteht. So können beispielsweise in den zusätzlichen Englischstunden in der Zielsprache Lektüren gelesen, Filme gesehen oder Theaterstücke geschrieben werden.