Vor einem Jahr war die LWS niedersächsische Pilotschule für die Mindener Firma „Talentfabrik“. Seitdem war es Corona-bedingt recht still geworden um die berufsorientierenden Maßnahmen für unsere Schülerinnen und Schüler. Anfang Juli kehrte die Talentfabrik zurück nach Ostercappeln und verwandelte das Außengebäude für einen ganzen Tag in eine (fast) echte Firma. Vom Marketing über die Personalabteilung und Entwicklung bis hin zur Kantine waren insgesamt ein Dutzend Abteilungen vertreten und bildeten damit sehr reale Bedingungen einer echten Fabrik ab.

Für die Jugendlichen aus den drei 9. Klassen drehte sich dabei alles um das Produkt „Tüftelbox“. Es handelt sich dabei um einen Bausatz, mit dem sich zahlreiche Rätsel und Tüftelaufgaben lösen lassen. Um sich mit ihrem Produkt vertraut zu machen, erledigten die Jungen und Mädchen zum Einstieg in den Tag erst einmal eine Tüftelaufgabe. Mithilfe einer komplexen Anleitung galt es, aus Holzstäbchen einen bestimmten Zaun zu basteln. Dieser praktische Start sorgte für eine Bindung an das Produkt. Dieses musste erstellt und verpackt werden. Einige Schüler kontrollierten die Qualität, andere kümmerten sich um die Vermarktung und drehten und vertonten dazu ein Video. Zu einer funktionierenden Firma gehört selbstverständlich auch die Buchhaltung. Die Schüler dieser Abteilung erkundigten sich, ob die Ware angekommen war und schrieben dann die Rechnungen. Die Mitarbeiter der Kantine sorgten schließlich für das leibliche Wohl. 

Eine zentrale Rolle spielte die Personalabteilung. Hier werden Informationen über die Mitarbeiter gesammelt. Wie in einem Assessment Center beobachteten sich die Mitarbeiter gegenseitig. Auch die anwesenden Klassenlehrerinnen gingen mit ihren Beobachtungsbögen durch die Abteilungen und erstellten fleißig Notizen. Die Bögen wurden in der Personalabteilung gesammelt und die Ergebnisse für jeden einzelnen Mitarbeiter zusammengestellt. Am Ende des Tages durfte dann jeder seine Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung abgleichen. Es entstand auf diese Weise ein wertvolles Feedback für jeden. Projektleiterin Karin Ressel war schließlich voll des Lobes für die Neuntklässler: Alle waren sehr ernsthaft bei der Sache, niemand hat darin nur ein Spiel gesehen. Vielen hat dieser Projekttag richtig Spaß gemacht – so schön und effektiv kann Berufsorientierung sein!