Die bunten Farben ihrer Kleider, auffälliger Schmuck und Frisur faszinierten die Sechstklässler. „Aber warum malt die schöne Künstlerin aus Mexiko bloß so traurige Bilder?“, fragten einige der Mädchen und Jungen. Für das Projekt in Kooperation mit der Universität Osnabrück kamen 15 Studierende an die LWS, die mit den Schülern der Klassen 6b und 6c zum Umgang mit „Leiden und Tod“ am Beispiel der mexikanischen Malerin Frida Kahlo einen Vormittag lang arbeiteten. Dabei erfuhren die Kinder anhand von Filmsequenzen, Kunstwerken und Textausschnitten, dass Frida als junges Mädchen an Kinderlähmung litt und einige Jahre später einen sehr schweren Busunfall überlebt hatte. Jahrelang mit Schmerzen ans Bett gefesselt, bot die Malerei der Künstlerin eine Möglichkeit, Erlebtes, Träume und Gedanken bildhaft auszudrücken.

Um sich die Lebenssituation Frida Kahlos ein wenig vorstellen zu können, wurden die Sechstklässler zu einer Phantasiereise im Ruheraum der Schulbibliothek eingeladen. Anschließend verfassten einige einen Tagebucheintrag aus Sicht der Malerin, während andere Schüler Motive ihrer Bilder mithilfe von Knetmasse nachstellten. Natürlich stand auch die Frage im Raum, ob die Kinder selbst schon traurige Situationen erlebt haben. Dabei waren die Studierenden sehr positiv überrascht, wie offen die Mädchen und Jungen über Beispiele aus ihrem Leben berichteten, die als schwarze Punkte auf einem großen Plakat gesammelt wurden. Mit Blick auf Frida überlegten die Kinder gemeinsam, dass Ablenkung, Familie, Gespräche mit Freunden oder auch ein Haustier in traurigen Situationen helfen kann. Zum Abschluss wurden aus bunten Perlen Freundschaftsarmbänder gebastelt oder ein eigenes Bild, angelehnt an die mexikanische Tradition des Dia del los Muertos, gestaltet. „Es war sehr spannend, Frida Kahlo kennen zu lernen“, gaben viele Mädchen und Jungen in der abschließenden Feedback-Runde an.